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ludi romani (Römische Spiele)
Auch der römische homo ludens (spielender Mensch) kennt unterschiedliche Arten, sich mit spielerischen Aktivitäten die Zeit zu vertreiben. Verschiedene Ballspiele, sowie Schwimmen gehören als Sportarten unbedingt hinzu.
Abgesehen von den großen, organisierten Circus- und Theaterspielen, die der Massenunterhaltung dienten, gibt es zu Hause oder im Feldlager zahlreiche Unterhaltungsmöglichkeiten.
Wenn man bedenkt, dass die wenigsten Soldaten in der spätaugusteischen Zeit während Ihres aktiven Dienstes überhaupt Feindberührung haben und selbst ausgedehnte Übungssequenzen nicht den ganzen Alltag abdecken, kann man sich gut vorstellen, dass es zahlreiche "Spielarten" geben muss.
Das Glücksspiel ist unter den meisten römischen Kaisern verboten. Augustus greift mit seinen Sittengesetzen hier besonders hart durch.
Im folgenden stellen wir Ihnen einige Spiele vor, die wir stets mit uns führen und zu denen Sie/ vorallem aber auch die Kinder im Rahmen unserer Auftritte herzlich eingeladen sind...
Römisches Mühlespiel
Jeder Spieler hat drei Spielsteine einer Farbe.
Es wird abwechselnd gesetzt und dann gezogen.
Gewinner ist derjenige, dem es gelingt, seine Mühle als erster zu schließen.
Es gibt nur eine Form der Mühle: 3 Steine in einer Reihe und die Mitte des Feldes muss dabei besetzt sein.
Als Spielsteine eignen sich auch Nüsse, Münzen*, Steine usw.
* unter unserem princeps untersagt. (((- ;
Duodecimscripta

Ein typisches Soldatenspiel mit Verben, die Inhalte des miltärischen Alltages widerspiegeln.
Von links nach rechts: Jagen, die Thermen besuchen, Spielen, Lachen, Das ist das Leben!
Jeder Buchstabe ist ein Feld.
Die Regeln des Spiels sind nicht überliefert worden, doch legt die Ähnlichkeit mit einem Backgammon-Brett auch ähnliche Spielregeln nahe. Ein Spielbrett aus Ostia zeigt anstatt der Wörter nur hintereinandergereihte Buchstaben, die wohl den Spielern die Feldreihenfolgen veranschaulichen sollten. Daraus würde sich ergeben, dass die Zugfolge mit Backgammon identisch gewesen wäre.
Welcher Spieler in die Gunst des ersten Zuges kam, ermittelt man durch Losung. Danach bestimmen die Würfel, wie viele Steine jeder Spieler zu Beginn setzen darf. Dabei gibt es folgende Möglichkeiten: mit einer Figur und der Summe aller Würfel, mit zwei Figuren aus der Summe zweier Würfel für die eine und dem Wert des restlichen Würfels für die andere sowie alle drei Figuren mit den jeweiligen Würfelzahlen.
Erst wenn alle Steine gesetzt worden sind, kann das richtige Spiel beginnen. Ist man in den äusseren vier Feldern, so können die dortigen einzeln stehenden Figuren vom Gegner geschlagen werden. So ist es das taktische Ziel mehrere Spielsteine auf ein Feld zu bekommen. Wird einem eine Figur genommen, so muss man sie beim nächsten Zug wieder vom Start weg einsetzen, d.h. man kann mit den anderen Steinen nicht ziehen.
Sieger ist jener Spieler, der alle seine Steine durch alle Felder bringt und somit friedlich aus dem Spiel bringt. Aus der praktischen Erprobung ist bekannt, dass das Spiel sehr langwierig und auch -weilig sein kann. Da es sich bei Duodecim scripta in der Antike um ein Glücksspiel handelt, ist damit zu rechnen, dass mit man Einsätzen spielt. Jedesmal wenn eine Figur geschlagen wird, fallen Strafpunkte an oder Bonuspunkte für den schlagenden Spieler. Auch der Sieger darf Boni sammeln. Wenn während der Züge Geld fließt, machte es das Spiel viel interessanter.
Unser neuer Würfelturm
Ausgehend von einem Fund aus Froitzheim in Nordrhein- Westphalen (Ende 4. Jahrhundert) haben wir entsprechend der augusteischen Zeit eine archaische Variante eines hözernen Würfelturms für unser Feldlager gebaut. Um Betrügereien beim Würfeln zu vermeiden gab es u.a. beim Miltär diese unbestechlichen "Würfelmaschinen".
Im Original sind einige Sätze als Durchbruchsarbeiten in Bronze erhalten.
Wir haben die selbstbewussten Soldatensprüche adaptiert und in alle Seiten des Würfelturms eingebrannt. Einen Spruch, mit dem die Legion den Sieg über die Pikten feiert, haben wir sinngemäß durch die "besiegten" Germanen ersetzt.
Im Stil eines Graffitos haben wir die Vorderseite wie folgt beschriftet:
" Utere, felix vivas"- Benutze ihn und du wirst glücklich leben
Links: " Germanos victos"- Die Germanen sind besiegt
Rechts (nicht zu sehen): Hostis deleta- Der Feind ist vernichtet
Hinten: "Spes saepe fallit" (eigene Ergänzung des Autors)- Die Hoffnung täuscht oft
und....: "Ludite securi"- Spielt unbekümmert
Noch sind die Würfel aus Holz, jedoch Bein- Würfel sind schon geplant...